AIDAradio Für Meer Gefühl
Heute beginnt für rund 2 Milliarden Musliminnen und Muslime weltweit eine der bedeutendsten Zeiten im Jahr: der Ramadan. Dieser heilige Monat im Islam steht ganz im Zeichen von Spiritualität, Besinnung und guten Taten.
Warum wird der Ramadan gefeiert?
Der Ramadan erinnert an die Zeit, in der dem Propheten Mohammed der Koran offenbart wurde. Für gläubige Muslime ist es deshalb eine Zeit der Reflexion, des Gebets und der inneren Einkehr. Doch es geht nicht nur um Spiritualität – auch Gemeinschaft, Dankbarkeit und Wohltätigkeit spielen eine große Rolle.
Wie funktioniert das Fasten?
Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird gefastet – das heißt kein Essen, keine Getränke und auch kein Rauchen. Das mag auf den ersten Blick herausfordernd klingen, doch es soll dabei helfen, Selbstdisziplin zu stärken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vor Sonnenaufgang gibt es eine Mahlzeit namens Suhur, die den Körper mit Energie für den Tag versorgt.
Sobald die Sonne untergeht, wird das Fastenbrechen – Iftar – gefeiert. Familien und Freunde kommen zusammen, um das Fasten mit traditionellen Speisen zu beenden. Typische Gerichte sind Datteln, Suppen, Fladenbrot und herzhafte Eintöpfe. In vielen Ländern wird Iftar auch in Moscheen oder auf großen Plätzen gemeinschaftlich zelebriert – oft mit langen Tafeln voller Köstlichkeiten.
Ramadan weltweit – unterschiedliche Traditionen
Der Ramadan wird überall auf der Welt unterschiedlich gefeiert. Während in einigen Ländern ganze Straßen mit Lichtern geschmückt werden, gibt es in anderen besondere kulinarische Traditionen. In der Türkei beispielsweise gehört die Ramadan-Pide unbedingt dazu, während in Indonesien das süße Getränk Kolak sehr beliebt ist.
Wohltätigkeit als zentrales Element
Ein weiteres wichtiges Prinzip des Ramadan ist die Nächstenliebe. Muslime sind dazu angehalten, anderen zu helfen, zu spenden oder sich sozial zu engagieren. Viele nutzen die Zeit, um Bedürftige zu unterstützen oder in der Gemeinschaft Gutes zu tun.
Wie endet der Ramadan?
Nach 29 oder 30 Tagen – je nach Sichtung des Mondes – endet der Ramadan mit einem der wichtigsten Feste im Islam: dem Zuckerfest (Eid al-Fitr). Hier wird das Fasten feierlich beendet, es gibt Geschenke, festliche Kleidung und jede Menge süße Leckereien – ein bisschen wie Weihnachten in vielen westlichen Kulturen.
Ramadan – mehr als nur Verzicht
Auch wenn der Ramadan auf den ersten Blick als Monat des Verzichts erscheint, geht es um viel mehr: um Zusammenhalt, Dankbarkeit und spirituelles Wachstum. Für viele Gläubige ist es eine Zeit, um innezuhalten, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und gestärkt in die Zukunft zu blicken.
Also, falls Ihr heute Abend fröhliche Zusammenkünfte und festliche Speisen seht – jetzt wisst Ihr, warum!
© 2022 AIDAradio