AIDAradio Für Meer Gefühl
today26.02.2025
Märchen sind zeitlose Begleiter durch die Kindheit – und das schon seit Jahrhunderten. Doch wo kommen sie eigentlich her? Die Antwort führt uns einmal um die Welt!
Von den ersten Erzählungen bis nach Europa
Schon die alten Ägypter erzählten sich zauberhafte Geschichten. Auch im alten Griechenland gab es märchenhafte Elemente in den Sagen Homers. Indien spielte eine Schlüsselrolle, indem es Erzähltraditionen aus dem Fernen Osten und dem Orient mitprägte. Über Handelswege, Seefahrer und Pilger fanden die Märchen schließlich ihren Weg nach Europa.
Dort wurden sie zuerst mündlich weitergegeben – auf Märkten, in Adelshöfen oder am Lagerfeuer. Doch erst mit der Zeit begannen Schriftsteller, die Geschichten niederzuschreiben. Besonders in Frankreich waren sogenannte Feenmärchen im 17. Jahrhundert sehr beliebt. Die berühmten „Geschichten aus 1001 Nacht“ öffneten dann weitere Tore in die märchenhafte Fantasiewelt.
Die Brüder Grimm – Retter der Märchenwelt
Die wohl bekanntesten Märchensammler sind Jacob und Wilhelm Grimm. Anfang des 19. Jahrhunderts begannen sie, die Märchen aufzuschreiben, die sich die Menschen damals erzählten. 1812 erschien ihre erste Sammlung der „Kinder- und Hausmärchen“. „Hänsel und Gretel“, „Dornröschen“ oder „Schneewittchen“ – ohne die Brüder Grimm wären viele dieser Geschichten vielleicht verloren gegangen!
Warum Märchen bis heute faszinieren
Märchen erzählen von Abenteuern, Herausforderungen und einem guten Ende – oft mit magischen Helfern wie Feen, sprechenden Tieren oder verzauberten Gegenständen. Auch die Wissenschaft hat sich mit Märchen beschäftigt. Tiefenpsychologen wie Sigmund Freud und Carl Gustav Jung sahen sie als Spiegel der menschlichen Seele. Heute werden Märchen sogar in der Kindertherapie genutzt, um Ängste zu bewältigen und Mut zu machen.
Ob Grimms Klassiker oder moderne Neuinterpretationen – Märchen bleiben ein wichtiger Teil unserer Kultur. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann erzählen wir sie noch heute!
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